Bürgerbegehren
gegen den Hochwasserstaudamm im Wiembecketal

Worum geht es ?

Für die Wiembecke plant der Werre-Wasserverband (WWV), dem auch der Kreis Lippe angehört, bei Hornoldendorf ein Hochwasserrückhaltebecken. Diese Anlage zerstört eine der letzten naturnahen Flusslandschaften der Region. Gleichzeitig ist eine Straßenführung über die Dammkrone geplant, die in Zukunft eine Fortsetzung des Nordringes darstellen soll (Beschlussvorlage 194/2003 des Kreises Lippe).

Daten und Fakten:

Der Damm soll nach den Vorplanungen 14 Meter hoch und 300 Meter lang werden. Die Breite der Dammkrone würde bei 12,5 Meter liegen, an der Basis wäre der Damm bis zu 90 Meter breit. Im Fall eines Hochwassers könnte sich das Wasser bis in den Nachbarort Fromhausen stauen, einige Häuser dort müssen durch einen kleinen Zusatzdamm geschützt werden (Presseinformation des WWV im Dezember 2003). Nach ersten Schätzungen betragen die Kosten zwischen 5 und 6 Millionen Euro. Die Straßenbaukosten für die Weiterführung des Nordringes dürften diese Summe wegen der zu überwindenden topographischen Schwierigkeiten zusätzlich bei weitem übersteigen.

Die Probleme:

Mit dem Damm und der Straße werden ein wertvoller Naturraum, das Landschaftsbild und damit ein Naherholungsgebiet für Menschen, nicht nur aus der Umgebung, zerstört. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten leben im Wiembecketal. Dort brüten Eisvögel und Wasseramseln, Feuersalamander entwickeln sich in Quellen des Tals, der Neuntöter sucht hier Nahrung, in Baumhöhlen finden sich Kinderstuben von Fledermäusen. Durch die Überstauung wären der Lebensraum und die Arten selbst gefährdet (Einschätzung mehrerer unabhängiger Biologen 2004). Die Lebensqualität der Anwohner von Hornoldendorf würde durch Schall- und Schadstoffemission des Verkehrs herabgesetzt. Es ist zu befürchten, dass durch eine geologische Verwerfung im Staufall schmutziges Oberflächenwasser ins Grundwasser sickert. Um das zu verhindern, wären weitere kostspielige Maßnahmen notwendig. Nach den Aussagen von Fachleuten ist das Projekt unzeitgemäß, deutlich überdimensioniert und zu teuer (u.a. Wasserbauingenieur Ulrich Menter aus Höxter bei einem Ortstermin).

Alternativen:

Der Naturschutz plädiert für einen wirksamen Hochwasserschutz. Nach der Aussage von Menter können an mehreren Stellen Flutmulden angelegt werden. Sie ermöglichen einen naturverträglichen Hochwasserschutz auch an anderen Flüssen – so kämen mehr Menschen in den Genuss von Schutzmaßnahmen. Flutmulden verursachen weitaus weniger Kosten und sind naturverträglicher.

Eine Initiative

unterstützt von NABU und BUND. Verantwortliche Kontaktpersonen: Ilse Jähne, Uli Siebrecht, Bernd Milde (NABU) und Diana Pagendarm (NABU, Tel: 05231/46194, Am Hellberg 34, 32760 Detmold)